subbotnik

Haus / Doma / Lustdorf

Performance & Live-Hörspiel Musik + Sound Theater + Performance

Wenn man die Hauptstraße des Dorfes entlangläuft, sieht man die Wohnhäuser der Dorfbewohner kaum. Die einstöckigen Bauten mit Giebeldächern verbergen sich hinter einem blickdichten Zaun in grünen, dicht zugewachsenen Höfen. Der Zaun schlängelt sich die Straße entlang und ändert seinen Anstrich, variiert in seiner Höhe und dem Erhaltungszustand, erfüllt aber stets seinen Zweck, das Innenleben der Höfe von fremden Blicken zu schützen. Um die Häuser und ihre Einwohner zu sehen, muss man durch ein Zauntürchen hindurch, in den jeweiligen Hof hinein…

Lustdorf ist ein Badeort an der ukrainischen Schwarzmeerküste. Dorthin entführte die Gruppe subbotnik ihr Publikum auf ihren musikalisch-theatralen Reisen schon mehrfach. Ihr gleichnamiges Live-Hörspiel hatte schon 2013 Premiere. Darin verbringen zwei Jungen den letzten Feriensommer ihrer Kindheit. Es ist 1992, die UdSSR ist zusammengebrochen, eine neue Zeit bricht an. Aus den dreimonatigen Ferien am Schwarzen Meer wird eine großartige Erzählung über das Ende der Dinge, wie sie einmal waren und das Aufbrechen in neue Verhältnisse.

2016 reisten subbotnik gemeinsam in den kleinen Ort und entwickelten daraus ihre Arbeit „Geh hin, ich weiß nicht wohin – bring das, ich weiß nicht was“. Im vergangenen Jahr war Oleg Zhukov erneut in Lustdorf zu Gast. Aus dieser Wiederbegegnung ist nun die neueste Bearbeitung entstanden. In einer Mischung aus Performance und Installtaion mit Musik und Video erzählen subbotnik von einem Haus in unterschiedlichen Zeiten, von den verschiedenen Generationen seiner Bewohner*innen und den Verflechtungen ihrer gemeinsamen Geschichten. Das Haus mit seinen Erinnerungen und imaginierten Räumen wird zum Zentrum der Erzählung. In einem offenen Raum entsteht und zerfällt eine Gemeinschaft.

Haus / Doma / Lustdorf verbindet die künstlerische Auseinandersetzung mit dem ukrainischen Lustdorf mit einem aktuellen Projekt von subbontik: einer begehbaren Installation, die über die nächsten drei Jahre entsteht und als Werkstatt, Bühne, Wohnzimmer, Showroom und Kunstwerk zugleich dient. Dieses installative Haus durchläuft unterschiedliche Stadien und Zustände: von einem utopischen „Traumhaus“, in dessen Hülle verschiedene Formen des gemeinsamen Imaginierens erprobt werden, bis hin zu einem begehbaren Objekt, das als Erbstück oder Kunstwerk gehandelt werden kann.

zum Trailer auf subbotnik-theater.de

Kompliz*innen

Von und mit

Konzept: subbotnik und Gäste:innen Performance & Musik: Kornelius Heidebrecht, Martin Kloepfer, Oleg Zhukov. Sound: Oxana Omelchuk. Videoarbeit: Elza Gubanova. Videoschnitt: Leon Seidel

Credits

Eine Koproduktion mit FFT Düsseldorf und studiobühneköln in Zusammenarbeit mit SE Struck. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.