Nachhaltigkeit
Reisepolicy des Bündnis internationaler Produktionshäuser
Mit einer gemeinsamen Reisepolicy gehen wir und die anderen Mitglieder des Bündnis internationaler Produktionshäuser einen weiteren Schritt in Richtung klimaverträgliche Produktion und Präsentation der Künste mit Fokus auf emissionsarme Mobilität.
Alle Bündnishäuser verpflichten sich, die in der Reisepolicy verabschiedeten Richtlinien, für alle von ihnen veranlassten Reisen zu befolgen. Die Reisepolicy tritt mit dem Beginn des Jahres 2024 in Kraft.
Nach diesen Regeln wird jede Reise geprüft, genehmigt und dokumentiert. Die Genehmigungen richten sich nach Entfernung, Verkehrsmittel und Aufenthaltsdauer.
Nachhaltigkeit im FFT Düsseldorf
Als Kulturinstitution stehen wir in einer Verantwortung: für uns selbst, unsere Ressourcen, unsere Umwelt und unser Umfeld. Kommunikation, Produktion und Kuration sind unsere Wirkungsfelder. Das Haus, das Programm und die enge Zusammenarbeit mit den Künstler*innen bilden die Rahmungen, in denen wir Entscheidungen treffen und nicht zuletzt auch für unser Publikum sichtbar agieren. Unser Ziel ist, beispielhaft in nachhaltiger Veranstaltungsplanung und Veranstaltungsdurchführung zu sein. Um das zu erreichen, möchten wir uns weiterbilden und immer wieder selbst überprüfen. Wir betrachten Nachhaltigkeit als nicht abschließbaren Lern- und Entwicklungs-Prozess, der dauerhaft neue Aufgaben hervorbringt.
Wir verstehen Nachhaltigkeit als ethisches Prinzip, in dem die Handlungen jetziger Generationen und die daraus entstehenden Folgen für kommende Generationen miteinander verbunden sind. Dies gilt hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte und findet auf lokaler Ebene genauso statt wie im überregionalen oder sogar globalen Bereich.
Drei fest angestellte Personen im Team haben die Fortbildung Transformationsmanager*in Nachhaltige Kultur / IHK erfolgreich absolviert und bringen diese Kompetenz in den Betrieb ein. Im Zuge dieser Fortbildung wurde mit dem CO2-Kulturstandard eine Klimabilanz für das FFT erstellt, auf der Basis des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Diese Bilanz für das Referenzjahr 2022 wird seit 2024 erweitert und aktualisiert.
Das Projekt Die Argonause, das im Programm Fonds Zero der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, erkundet von 2024 bis 2026 Aspekte nachhaltiger Kunst-Produktion und wird dabei von der Agentur für Umweltmanagement Arqum begleitet. In diesem Rahmen wird sowohl die CO2-Bilanz für das FFT aktualisiert als auch eine projektbezogene CO2-Bilanz erstellt und validiert.
Nachhaltigkeit ist ein Teamsport! Das FFT ist aktives Mitglied im Düsseldorfer Bündnis für Nachhaltigkeit, in der AG Nachhaltigkeit im Bündnis internationaler Produktionshäuser, sowie Mitglied im Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit.
In den folgenden Abschnitten geben wir einen Überblick darüber, welche Maßnahmen am FFT bereits umgesetzt sind, woran wir aktuell arbeiten und an welchen Stellen es noch Verbesserungsbedarf gibt. Erarbeitet und aktualisiert werden diese Ausführungen von den Beteiligten unserer AG Nachhaltigkeit, die seit 2019 abteilungsübergreifend tätig ist.
Auch Eure Meinungen und Vorschläge sind uns wichtig und wir sind dankbar, wenn ihr Feedback und Verbesserungsvorschläge unter info@fft-duesseldorf.de mit uns teilt.
Bar
Beim Getränkesortiment setzen wir auf Bio-Produktion, faire Produktionsbedingungen und verzichten so gut wie möglich auf Verpackungsmüll. Wir sind Teil der Kampagne Düsselkronen, die alte Kronkorken sammelt und diese in den Wertstoffkreislauf zurückführt. Aus dem Erlös werden Projekte gefördert, die sich um den Tierschutz kümmern.
Das Publikum kann unsere FFT-Glasflaschen erwerben und kostenlos mit Leitungswasser auffüllen lassen.
Seit März 2024 beziehen wir den so genannten Düsseldorf Kaffee schenken ihn sowohl hinter den Kulissen als auch an der Bar für das Publikum aus. Der Kaffee gelangt aus Moshi, einer kleinen Stadt in Tansania, auf komplett nachvollziehbarem Weg nach Düsseldorf und erfüllt dabei die Kriterien des Fairen Handels. Daraus ergeben sich wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile für Produzent*innen, Konsument*innen und Umwelt.
Veranstaltungscatering
Bei Veranstaltungen setzen wir auf vegetarische oder vegane Küche. Bei der Auswahl des Caterings achten wir auf eine Produktauswahl, die möglichst regional, saisonal ist und umweltgerecht transportiert wurde. Wir kaufen bewusst nur so viel ein, wie wir auch verbrauchen können, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Abendspielzettel
Wir drucken keine Abendspielzettel mehr. Die Informationen über die jeweilige Vorstellung, werden dem Publikum stattdessen in Form eines Aushangs im Foyer präsentiert. Sie stehen außerdem digital zur Verfügung.
WCs
Alle Handwaschbecken in den öffentlichen Bereichen sind mit automatischem Wasserstop realisiert. Bei der Toilettenspülung kann man wählen, ob man mit viel oder wenig Wasser spülen möchte. Das genutzte Papier auf den WCs und an den Waschbecken ist 100% Recycling.
Künstlerische Produktion
In den freien darstellenden Künsten gibt es ein großes Bewusstsein für Fragen der Nachhaltigkeit. Wir unterstützen die Künstler*innen, mit denen wir zusammenarbeiten dabei, nachhaltige Lösungen für die Bedürfnisse ihrer Arbeit zu finden und beteiligen uns – wenn möglich – auch am finanziellen Mehraufwand.
Wir bemühen uns um Wiederaufnahmen und organisieren mit tourenden Gruppen und Kooperationspartner*innen sinnvolle Anschlusstermine, sodass etwa Transporte und Reisen nachhaltiger werden. Dafür sind wir unter anderem Mitglied auf der kostenfreien open source-Plattform https://cooprog.eu/ .Unsere Räume und Ressourcen teilen wir mit möglichst vielen Künstler*innen und Initiativen und stehen für Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zur Verfügung.
Künstler*innen-Catering
Bei uns wird grundsätzlich vegetarisch oder vegan gekocht. Dabei versuchen wir vor allem auf regionale, saisonale und umweltgerecht transportierte Produkte zu setzten. Beim Einkauf achten wir auf Bio-Produkte, faire Produktionsbedingungen und verzichten so gut wie möglich auf Verpackungsmüll. Wir kaufen bewusst nur so viel ein, wie wir auch verbrauchen können, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Wasserflaschen
Wir verwenden eigene FFT-Glasflaschen, um Plastikmüll zu vermeiden. Mit einem hausinternen Pfandsystem können sich Künstler*innen und Mitarbeitende Flaschen leihen, um diese an den Wasserhähnen aufzufüllen. Aus unserem Wasserhahn in der Küche kommt auch Sprudelwasser und kochendes Wasser.
Reinigungsmittel
Bei Reinigungsmitteln, Spülmaschinentabs und Waschmittel achten wir darauf, umweltschonende Produkte zu nutzen.
Mülltrennung
In jedem Büro gibt es mülltrennende Behälter. Auch in der Küche achten wir darauf, Plastik-, Papier-, Rest- und Glasmüll getrennt voneinander zu entsorgen. Die Verwendung von Mehrweg-Verpackungen und verpackungsarmen Produkten ist uns ebenfalls wichtig. Wir bemühen uns generell, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren und beachten bei allen unseren Einkäufen das CradleToCradle-Prinzip aka Kreislaufwirtschaft.
Kommunikation
Bei Büromaterial, Druck- und Briefpapier sowie bei unseren Visitenkarten achten wir auf die Verwendung von Recyclingpapier. Unser Programm-Kalender wird klimaneutral und auf FSC®-Recyclingpapier aus nachhaltiger Forstwirtschaft gedruckt. Hier arbeiten wir eng mit der Druckerei „Druckstudio Gruppe Düsseldorf“ zusammen, die sich für Klimaneutralität und Nachhaltigkeit einsetzt. Wir produzieren unsere Printmedien in abgezählter Auflage, sodass wir bei Bedarf nachdrucken, anstatt im Vorfeld die Überproduktion zu fördern. Generell fokussiert sich unsere Werbung auf unsere digitalen Kanäle (v.a. Social Media und Newsletter), um möglichst wenig Papier in Umlauf zu bringen.
Wir geben überschüssiges Papiermaterial der „Schnittstelle Kunst“:https://schnittstellekunst.de/, die Upcycling mit Papierabfällen betreibt und Schreibwaren aus Altpapier herstellt. Diese neu entstandenen Schreibwaren nutzen wir im Büro-Alltag und als hochwertiges Upcycling-Merchandise.
Die vorliegende CO2-Bilanz des FFT (aktuell für 2022/23) weist die Mobilität der Besucher*innen und der Künstler*innen als maßgeblichen Faktor für den Ausstoß von CO2-Äquivalenten aus. Mit dem Standort gegenüber vom Düsseldorfer Hauptbahnhof haben wir diesbezüglich einen erheblichen Vorteil, den wir kommunikativ und operativ nutzen. Gleichzeitig erheben wir seit Januar 2024 Anreise-Daten der Besucher*innen mit der App „CrowdImpact“:https://crowdimpactapp.com/. Mit den hier ermittelten Daten können wir perspektivisch besser auf das Mobilitätsverhalten reagieren und einwirken.
Für Besucher*innen
Wegen der zentralen Lage unseres Hauses ermutigen wir unsere Besucher*innen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abzureisen. Alle Informationen dazu stellen wir auf unserer Website unter „Besuch – Kontakt + Anfahrt“ zur Verfügung. Wir weisen explizit darauf hin, dass wir keine eigenen Parkplätze zur Verfügung stellen und dass alle Parkmöglichkeiten in der Umgebung kostenpflichtig sind.
Für Künstler*innen und Mitarbeiter*innen
Als Mitglied im Bündnis internationaler Produktionshäuser haben wir eine Reisepolicy entwickelt, in der gemeinsame Standards für nachhaltiges Reisen definiert sind. Diese Policy schränkt u.a. Flug- und PKW-Reisen ein.
Stromversorgung
Sowohl in unserer Spielstätte als auch in unserem Probenort setzen wir auf zertifizierten, grünen Strom des Anbieters naturstrom.
Beleuchtung auf der Bühne
Die Bühnenbeleuchtung können wir bereits zu über 90 Prozent mit energieeffizienten LED-Scheinwerfern realisieren.
Beleuchtung im Besucher*innenbereich, Backstage und in den Büros
Auch hinter und neben der Bühne verwenden wir LED-Leuchtmittel, um Strom zu sparen. In allen Fluren und auf den Toiletten sind Bewegungsmelder installiert, sodass das Licht in diesen Durchgangsorten nicht länger brennt als nötig.
Heizung und Lüftung
Das FFT ist mit einer modernen zentralen Heizungs- und Lüftungsanlage ausgestattet, die mit einer Wärmerückgewinnung arbeitet. Dadurch wird ein Großteil der in der Abluft enthaltenen Energie zurückgewonnen. Zusätzlich ist die Anlage mit einer zentralen Steuerung ausgestattet. So können wir die Temperaturen der einzelnen Räume bedarfsgerecht regeln.