Performance Night
Performance Tanz Theater + Performance
Die Performance Night vereint sechs künstlerische Arbeiten, die sich mit Softness, kolonialen Spuren, verborgenen Bewegungen, Vergänglichkeit und Einsamkeit auseinandersetzen. Körper und Raum werden zu Orten für Fragen nach Verletzlichkeit, Identität und innerer Balance.
Programm
UNFOLDING ist eine Performance über die komplexe, fließende Kraft von Softness – physisch und emotional. Dabei erscheint Zärtlichkeit sanft, verwundbar, liebevoll und ebenso irritierend, kontrollierend und schmerzhaft. Was sehen wir in weichen Momenten nicht? Das Solo erforscht Softness als paradoxale Kraft, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke, Fürsorge und Kontrolle oszilliert. Bewegungen entfalten sich wie Echos einer Geste oder Berührung intim, widersprüchlich und transformierend.
Erstmals im Rahmen der Ausstellung soft intentions, kuratiert von Amelie Gappa (And She Was Like: BÄM!), entwickelt und gezeigt, erfährt UNFOLDING im FFT Düsseldorf eine neue räumliche Lesart. Laura Schönlau übersetzt das Solo hier in die spezifische Atmosphäre und Architektur des Hauses und ö`net damit weitere Ebenen einer weichen und ambivalenten Kraft.
Was haben Sarah Baartman, Afrikaanerinnen im Post-Apartheid-Südafrika und die Völkerschauen gemeinsam? Mit der Form des „Non sequitur“, einem erzählerischen Stilmittel, das abrupte Themensprünge macht, versucht diese Performance, die Vergangenheit freizulegen, um Gegenwart begreifbar zu machen. Im Anblick des performenden Körpers der Künstlerin und durch die Anwesenheit der Zuschauenden verschränken sich die von Intersektionalität geprägten Vergangenheiten und Gegenwarten.
Dieses Duett, kreiert und performt von Kenza Kabisso und Leslie, auch bekannt als Freesoul, erforscht die verborgenen Schichten menschlicher Erfahrung: Masken, Angst und die Wahrheit des Körpers. Das Stück untersucht, wie wir uns der Welt präsentieren, welche subtilen Bewegungen wir verbergen und welche inneren Räume durch Angst und soziale Normen eingeschränkt werden. Masken stehen für die Gesten und Haltungen, die wir anderen zeigen – poliert, kontrolliert, performativ. Unter diesen sichtbaren Bewegungen tragen Mikro-Bewegungen unsere unausgesprochenen Wahrheiten. Angst treibt uns dazu, zu verbergen, uns zurückzuziehen, unsere Gesten zu fragmentieren – und schafft so eine Spannung zwischen dem, was gesehen, und dem, was gefühlt wird. Diese Performance entfaltet sich allmählich hin zur Befreiung des Körpers und zur Öffnung des Herzens. Durch die sorgfältige Aufmerksamkeit für die innere Landschaft erforschen wir, wie der Körper sich aus verborgenen Räumen lösen kann, sodass authentische, spontane Bewegung entstehen darf.
Das Publikum ist eingeladen, die feine Spannung des Verborgenen mitzuerleben – und den tiefen Moment, in dem die Wahrheit durchbricht und eine unmittelbare Erfahrung geteilter Verletzlichkeit und Freiheit entsteht.
Ein Solo, inspiriert von der Blumensteckkunst des Ikebana – oder vielmehr von ihrem meditativen Aspekt, „Kado“, dem Weg der Blume. Waithera erschafft einen Moment in der Zeit, in dem Einfachheit und Vergänglichkeit Raum für all die stillen Kriege in uns geben. Zwischen Himmel und Erde bildet die dritte Instanz – der Mensch – die Verbindung. Drei Elemente, die in Balance miteinander arrangiert werden sollen, während sie zugleich ihren eigenen Raum behalten. Eine Harmonie, nach der wir uns in diesen Tagen sehnen.
Grausam, still, schön, achtsam gehalten. Wir sind eingeladen, eine sich wandelnde Landschaft zu betreten, die uns Raum gibt, in unserem Schweigen zu sitzen und uns zwingt, dem darunterliegenden zuzuhören. Keine Ablenkungen, kein Ausweg. Was im Gleichgewicht oder außerhalb davon ist, muss gehört werden. Ein flüchtiger Moment, ein Spiegel unserer Seelen.
Die Projektidee trägt den Titel „Einsamkeit“ und beschäftigt sich mit der Frage, wie man sich trotz der Anwesenheit vieler Menschen um sich herum einsam fühlen kann. Wie kann man eine Familie haben und sich trotzdem einsam fühlen? Wie kann man Freunde haben und trotzdem alleine essen? Wie definiert man Gemeinschaft, wenn man sich innerlich isoliert fühlt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt meiner künstlerischen Arbeit und spiegeln die Widersprüche und Spannungen zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft wider, insbesondere in Bezug auf meine Erfahrungen als Teil einer großen Familie in Kamerun und meine aktuelle Realität. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen möchte sie einen Dialog über die verschiedenen Facetten von Gemeinschaft und Zugehörigkeit anstoßen.
SUM ist ein transdisziplinäres Performancekunst-Projekt des Tänzers/Performers Kelvin Kilonzo und des Musikers/Performers Pablo Giw, mit Sitz in Köln. Während es auf Reduktion und Entschleunigung abzielt und gleichzeitig eine anhaltende Bedrohung spürbar macht, schafft SUM eine Atmosphäre intensiver Hingabe und Zeitlosigkeit. Mit Elementen nichtmenschlicher Perspektiven und posthumaner Gesten lädt das Projekt die Betrachtenden dazu ein, ihre eigenen Identitäten zu hinterfragen.



