La Langue de Molière
Performance Tanz Theater + Performance
„On parle la langue de Molière“ – „Wir sprechen die Sprache Molières“ ist in der Elfenbeinküste ein geflügeltes Wort. Die Sprache Molières steht dabei für den Einfluss der französischen Kolonisierung, ein perfekt gesprochenes Französisch für Bildung, Erfolg und Macht. Dabei stellte sich gerade Molière gegen gesellschaftliche Hierarchien und nahm die Heucheleien der höheren Stände aufs Korn. Das transnationale Ensemble La Fleur adaptiert nun Molières Ballettkomödie „Der Bürger als Edelmann“, die die Aufstiegsgelüste eines Bürgers verhöhnt, und erkundet dabei ihre Übertragbarkeit auf die (post)koloniale Situation. Längst gibt es in der Elfenbeinküste Gegenbewegungen zur unkritischen Übernahme französischer Kultur, Werte und Normen: Seit den 1970ern sprechen viele Ivorer*innen „nouchi“, eine Hybridsprache aus Französisch, einheimischen Sprachen und neuen Slang-Ausdrücken, die von Gesten und Tänzen begleitet wird. Mit eigenen Choreografien transformieren die Performer*innen den Wechsel von Schauspielszenen und Ballett-Intermezzi des Originals in eine eigene Bühnensprache. Dabei zielen sie auf das Potential der Kunst, den Fluch der Kulturanpassung mit befreiendem Spott loszuwerden.
Kompliz*innen
Von und mit
Konzept und Regie: Monika Gintersdorfer Mit: Annick Agbadou aka Annick Choco, Pohe Cedric Kevin Bah aka
Ordinateur, Montserrat Gardó Castillo, Hauke Heumann, Carlos Martinez, Franck Edmond Yao aka Gadoukou la Star, Louis Semou Hervé Bie aka Vetcho Lolas, Timor Litzenberger
Musik: Jean-Baptiste Lully, Timor Litzenberger, Vetcho Lolas
Ausstattung: Mukenge/Schellhammer
Kostüme: bobwear, Hools of Fashion
Dramaturgie: Katinka Deecke
Produktionsleitung: Elvira Ruocco
Credits
Produktion: La Fleur.
Koproduktion: FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg, Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt am Main,
Ruhrfestpiele Recklinghausen, Theater Rampe Stuttgart.
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.




