Inputs
Drei internationale Perspektiven auf künstlerische Residenzen
Kurzvorträge und Gespräche Gespräche + Workshops Soziale / Urbane Bewegung(en)
Drei kurze Vorträge geben Einblicke in internationale und transkulturelle Perspektiven zu künstlerischen Residenzen. Die Speaker*innen berichten, wie Residenzen gestaltet werden können, welche Strukturen sie brauchen und wie sich der Begriff im Laufe der Zeit verändert hat. Im Anschluss an jeden Input gibt es Raum für Fragen und Austausch.
Kulturakademie Tarabya (Dr. Jeannette Neustadt)
Dr. Jeannette Neustadt gibt Einblicke in die Arbeit der Kulturakademie Tarabya als Ort für Künstler*innenresidenzen und ihre Rolle für die Entwicklung der kulturellen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland. Seit die Dokumentarfilmerin Martina Priessner und die Theaterautorin Marianna Salzmann im September 2012 als erste Stipendiatinnen in die historische Sommerresidenz der deutschen Botschafterin im Istanbuler Stadtteil Tarabya einzogen, haben mehr als 200 Kunstschaffende dort gelebt, gearbeitet und den Ort zu einem lebendigen Labor des künstlerischen Austauschs gemacht.
Artists at Risk (Ivor Stodolsky und Marita Muukkonen)
In ihrem Input reflektiert das Team von Artists at Risk (AR) die Zusammenhänge zwischen Künstler*innenresidenzen, künstlerischer Freiheit und Menschenrechten. Auf Grundlage ihrer internationalen Arbeit mit gefährdeten Künstler*innen teilen sie ihre Perspektive auf Residenzen als Räume des Schutzes, der Mobilität und der Kontinuität künstlerischer Praxis. Der Beitrag zeigt auf, wie Residenzstrukturen in Zeiten politischer Repression und Krise als kritische Unterstützungssysteme fungieren können.
Irmeli Kokko
Die in Helsinki ansässige Kulturproduzentin, Dozentin und Residenzexpertin Irmeli Kokko hat als Initiatorin und Kuratorin langjähriger internationaler Residenzprogramme maßgeblich zur Entwicklung dieses Feldes beigetragen. In diesem digitalen Input gibt sie Einblicke in die Geschichte von Künstler*innenresidenzen und deren sich wandelnde Rolle in der zeitgenössischen Kulturpraxis. Mit dem herausgegebenen Sammelband Contemporary Artist Residencies – Reclaiming Time and Space (2019) leistete sie einen wichtigen Beitrag zum kritischen Diskurs über Künstler*innenresidenzen.
Von und mit
Jeannette Neustadt arbeitet seit fast 15 Jahren für das Goethe-Institut, zuletzt als Referentin des Vorstands. Zu ihren Aufgaben zählten unter anderem der Aufbau der Deutsch-Französischen Kulturinstitute und die Zusammenarbeit mit EUNIC, dem Netzwerk der europäischen Kulturinstitute. Seit November 2025 ist sie als künstlerische Leiterin der Kulturakademie Tarabya tätig.
Ivor Stodolsky ist Kurator, Autor und Theoretiker. Er ist Mitbegründer und Co-Direktor von Perpetuum Mobile und Artists at Risk (AR), einer internationalen NGO, die über ein globales Netzwerk von mehr als 300 Gastinstitutionen weltweit mehr als 850 Künstler*innen unterstützt und in Sicherheit gebracht hat. Seine Arbeit verbindet kuratorische Praxis, institutionellen Aufbau und kritisches Schreiben an der Schnittstelle von Kunst und Politik.
Marita Muukkonen ist Mitbegründerin und Co-Direktorin von Artists at Risk (AR), Ecologists at Risk und Perpetuum Mobile. Sie hatte Schlüsselpositionen unter anderem bei FRAME Contemporary Art Finland, HIAP und NIFCA inne und kuratierte Ausstellungen und Programme an bedeutenden Museen sowie internationalen Biennalen. Ihre Praxis konzentriert sich auf langfristige, forschungsbasierte Projekte, die zeitgenössische Kunst, soziale Gerechtigkeit und institutionelle Zusammenarbeit miteinander verbinden.
Irmeli Kokko ist eine in Helsinki lebende Kulturproduzentin, deren Arbeit sich auf internationalen Kulturaustausch, Künstler*innenmobilität und die strukturellen Bedingungen künstlerischer Praxis konzentriert. Sie hat mit einer Vielzahl von Kulturinstitutionen und Netzwerken zusammengearbeitet und zur Entwicklung sowie Professionalisierung von Künstler*innenresidenzmodellen in Europa und darüber hinaus beigetragen. Ihr forschungsbasierter Ansatz verbindet kuratorische Praxis, Kulturpolitik und kritisches Schreiben zu zeitgenössischer Kunst und Residenzen.