Chantal, the body is a text longing for perspective
Tanz-Performance Tanz Theater + Performance
Eine lebendige Anatomiepuppe seziert sich selbst mit Worten, um Körpergrenzen immer wieder aufs Neue zu verhandeln: die unwahrscheinliche Schnittstelle zwischen lesbischen* Wortintimitäten, kolonial-patriarchaler Medizingeschichte und Performancekunst.
Die Wiener Tanz-, Stimm- und Performancekünstlerin Veza Fernández zeigt mit „Chantal, the body is a text longing for perspective“ ein intimes anatomisches Spektakel, das den Körper als überbordenden Text offenlegt. Chantal ist eine prismatische Figur, die aus den verschiedenen Stimmen auf der Bühne entsteht. Sie ist eine lebendige Anatomiepuppe, wie man sie im Museum La Specola in Florenz oder im Josephinum in Wien findet, die das Publikum auffordert, gemeinsam mit ihr zu erforschen, wie man ein Theater von den Grenzen der Haut aus erlebt. Zwischen Augen und Ohren blinzelt sie und seufzt tief in ihr Inneres, um zuzuhören. Inmitten von Vogelschreien, Flüstern und Hüsteln, samtigen Stimmen, Flöten und pastellfarbenen Satin-Landschaften verwischen die Grenzen zwischen dem Innen und Außen, zwischen dem Körper und der Welt, dem eigenen und dem fremden Körper. Chantal ist eine lesbische Venus, aus deren Eingeweiden eine rastlose Dichterin, eine sinnliche Schauspielerin, eine prominente Wachsfigur, eine verliebte Bildhauerin, eine heisere Tänzerin und eine wandelnde Lehrerin schlüpfen. Chantal öffnet und seziert ihren Körper mit Worten und Bewegungen. In beeindruckenden Textwelten und fließenden Choreografien, zwischen Sinnlichkeit, Theorie und Witz, gestalten die drei Performer*innen das anatomische Theater radikal neu, in einer Inszenierung des Inneren jenseits patriarchaler Normen.
Von und mit
Konzept, Text, Choreografie, Songs & Performance: Veza Fernández
Musikkomposition & Performance: Zosia Hołubowska
Performance: Luis Javier Murillo Zuñiga
Kostüm- & Bühnenbild: Sarah Sternat
Video Art & Installation: Mariya Vasilyeva
Sounddesign: Lukas Froschauer
Lichtdesign: Leticia Skrycky
Textdramaturgie & choreografische Unterstützung: Claire Lefèvre
Dramaturgische Unterstützung & Research: Nerea González
Produktion: mollusca productions
Veza Fernández ist eine in Wien ansässige Tanz-, Stimm- und Performancekünstlerin. Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Poetik und Politik vokaler Ausdrucksformen als Orte der Beziehung, der Vorstellungskraft und der Transformation. Sie verwebt Gesang, Schreiben, Tanz und Sprechpraktiken als körperliche Formen des Studiums, des Experimentierens und der Performance. Ihre Stücke sind sensibel und intensiv, sie entfalten polyphon ein Aufgebot an Stimmen und Präsenz, die sich bewegen und bewegt werden möchten. Ihr Hintergrund umfasst Philologie, Pädagogik, Theater, Musik und zeitgenössischen Tanz – Felder, die ihre künstlerische Forschung und Arbeitsweise stark beeinflussen. Ihr Werk ist lokal verankert und bewegt sich von der Underground-Szene in größere Tanz- und Theaterinstitutionen. Veza Fernández hat einen Master in Choreografie von der DAS Graduate School (Amsterdam Academy for Theatre and Dance). Ihre Arbeiten wurden u. a. im brut Wien, im Tanzquartier Wien, in den Sophiensælen Berlin, in der Gessnerallee Zürich, bei de Singel Antwerpen und in La Casa Encendida Madrid gezeigt.
Credits
Eine Koproduktion von Verein für Expressive Angelegenheiten und brut Wien.
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7), des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS), SPIT Festival und im_flieger.
Die Veranstaltung ist Teil des Impulse Festivals für Performance, Theater & Tanz. Das Impulse Festival 2026 wird veranstaltet und gefördert vom NRW KULTURsekretariat, gemeinsam mit den Städten Düsseldorf, Bochum, Mülheim an der Ruhr und Köln, in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf, PRT Bochum, Ringlokschuppen Ruhr und der studiobühneköln. Das Festival wird maßgeblich gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.