Im Rahmen von PLACE INTERNATIONALE

06.05. – 28.05.2022

PLACE INTERNATIONALE ist ein Raum für künstlerische, urbane und aktivistische Praktiken, die die Erinnerung vergangener und die Imagination kommender Aufstände verknüpfen. Das Stadtlabor begleitet den Umzug des FFT ins KAP1 am Düsseldorfer Hauptbahnhof und rahmt die Spielzeit 2021/22.

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Johanna-Yasirra Kluhs, Jan Lemitz & illustre Gäste, u.a. Moritz Hannemann, David Guy Kono, Klaus Ronneberger, Laura Strack, Özkan Ulucan, Monita Wagma, Lena Wiese

Eine Reise mit der U79 von Düsseldorf nach Duisburg

Auch verbietet uns nichts, uns eine Untergrundbahn auf dem flachen Land vorzustellen oder Dinge auszudenken, die weder Städte noch Dörfer (noch Vororte) wären (es gibt sie schon).

Exkursion Soziale / Urbane Bewegung(en)
Die Fahrt mit der U79 ist die langsamste aller inter-städtischen Reisevarianten zwischen Düsseldorf und Duisburg. Sie beginnt in fußläufiger Entfernung vom FFT am Düsseldorfer Hauptbahnhof, verbindet die Peripherien der vermeintlich so unterschiedlichen Städte und endet nach der Unter- und Durchquerung von Innenstadt und Hafen in Duisburg-Meiderich. Nach 20 Minuten Fahrt geht das Grün des Düsseldorfer Nordens in das des Duisburger Südens über. Teils Flusslandschaft, teils landwirtschaftlich genutzt, suburban bis kleinstädtisch geprägt, in Nachbarschaft zu einem der wenigen noch aktiven Stahlwerke und in unmittelbarer Nähe zum Düsseldorfer Immobilienmarkt. Die Verläufe kommunaler Grenzen sind porös, mäandernd, kaum wahrnehmbar und haben jenseits der Formalitäten kaum Bedeutung. – Hier ist unser erster Halt.

Wo beginnt die Stadt, wo hört sie auf? Was als Rand bezeichnet wird, ist auch eine Mitte. Die neue Mitte? Die heutigen Stadtzentren drücken ihre Bewohner*innen und Benutzer*innen immer weiter nach außen, sie ballen sich zunehmend „zwischen” den Städten. Wir sehen der Zukunft beim Wachsen zu. Wo hat das angefangen? Und wie können wir mitgestalten? Die U-Bahn-Fahrt über das flache Land geht der Geschichte der Landschaft nach. Düsseldorf und Duisburg verschwimmen. Wir experimentieren mit Beschreibungsweisen für diesen Verflechtungsraum, in dem schon lange nichts mehr ohne Teile des einen im anderen auskommt. Am Rand von Baugruben arrangieren wir Rendezvous von Aktivist*innen, lesen stadttheoretische Texte, stellen künstlerische Thesen zu Bodenfragen auf und spekulieren darüber, was in diesem zwischen-städtischen Raum entsteht.

Weiter geht es dann an den Rand des Dellviertels an der Musfeldstraße. Der angrenzende Stadtteil Hochfeld gerät durch zahlreiche hochwertige Wohnungsbauprojekte unter Druck, die nicht zuletzt auf den Düsseldorfer Wohnungsmarkt zielen. Außerdem wird Hochfeld Austragungsort der Internationalen Gartenschau 2027. Dass das Viertel bereits internationaler nicht sein könnte, wird auf einem Spaziergang deutlich, zu dessen Abschluss wir Akteur*innen aus beiden städtischen Kontexten im Zentrum für Kultur am Hochfelder Markt treffen, wo zu urbanem Sound gegroovt wird.

Von und mit

Johanna-Yasirra Kluhs, Jan Lemitz & illustre Gäste, u.a. Moritz Hannemann, David Guy Kono, Klaus Ronneberger, Laura Strack, Özkan Ulucan, Monita Wagma, Lena Wiese

Credits

PLACE INTERNATIONALE wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.